Interview Heiko Scholz
Freuen Sie sich schon auf das Hallenturnier in Berlin?
Ich denke, das ist ein Muss für jeden Fußballfan. Viele gute Spieler sind dabei, habe ich gehört. Traditionsmannschaften aus Ost und West, also das wird ein Knüller.
Auf wen freuen Sie sich am meisten? Auf welchen Spieler von damals, auf welche Teams?
Wenn ich die Gladbacher und die Kölner sehe, da sind ehemalige Spieler dabei, mit denen ich noch zusammen gespielt habe. Wie zum Beispiel Engels, Bulle Roth. Wie auch immer, es werden viele viele gute Fußballer am Start sein. Und darauf freue ich mich.
Sie haben ja selber gute Erinnerungen an Hallenfußballturniere und an Pokalendspiele in Berlin. Wie war das damals, als Sie damals den DFB-Pokal gewonnen haben?
ch kann ja noch früher zurück gehen, ich habe den FDGB-Pokal gewonnen mit Lok Leipzig in Berlin. Das Stadion gibt es nicht mehr, an der Grenze damals, das haben sie schon abgerissen. Dann bin ich mit Bayer Leverkusen Pokalsieger geworden, aber ich war immer bei jedem Hallenturnier dabei. Auch mit Werder Bremen und mit Bayer Leverkusen. Berlin ist immer eine Reise wert und ich freue mich ganz besonders, dabei sein zu dürfen.
Freuen Sie sich denn, dass Union auch dabei ist? Union hat ja auch mal den FDGB-Pokal gewonnen. Der einzige Titel, den Union bisher geholt hat. Freuen Sie sich auf Union besonders?
Na gut, ich habe noch viele Freunde bei Union, zum Beispiel der Christian Beeck, der Sportdirektor. Und Union ist natürlich im Osten ein Traditionsclub, insbesondere in Berlin. Und eins ist garantiert: Die werden viele Zuschauer mitbringen.
Aktuell wird das 20-jährige Jubiläum der Wende begangen. Wie war denn das für Sie damals, als sie 1992 zu Leverkusen gekommen sind als einer der ersten Spieler aus dem Osten? Wie sieht man das aus heutiger Sicht, 20 Jahre später?
Ach das war eine bewegte Zeit damals. Ich habe mich nur für die ganzen Ostbürger gefreut, dass sie auch mal ins westliche Ausland reisen können. Ja, wir konnten das als Fußballer und da habe ich mich besonders gefreut, dass diese Revolution friedlich ausgegangen ist. Weil ich ja damals in Leipzig auch Fußball gespielt habe, ich habe das alles verfolgt. Und das war für mich eigentlich die größte Errungenschaft, dass es ohne Schüsse gekommen ist. Und ich glaube, wir freuen uns alle, dass es damals so weit gekommen ist.
Als Fußballfan vielleicht auch mit einem weinenden Auge: An welchem Verein aus der ehemaligen DDR hängen Sie heute noch? Wo Sie sagen: Mensch eigentlich schade, dass die heute nicht mehr oben mit dabei sind.
Na gut, es gibt Chemie Leipzig und Lok Leipzig. Mit Lok Leipzig war ich im Pokalendspiel der Pokalsieger gegen Ajax Amsterdam, mit Dynamo Dresden bin ich in die Bundesliga aufgestiegen. Das sind so die drei Vereine, wo mein Herz immer noch dran hängt. Aber die Vereine im Osten haben es ja schwer zur Zeit und da wünscht man sich, dass der ein oder andere Traditionsclub wieder in den bezahlten Fußball kommt.
Jetzt hat Gladbach schon die Favoritenrolle für sich eingenommen. Wo sehen Sie Leverkusen am 2. Januar in Berlin?
Na ich kann versprechen, dass wir eine richtig gute Truppe mitbringen. Ich denke, im Alter ist es nicht mehr so wichtig, immer Erster zu sein. Aber wir sind immer noch ehrgeizig genug, dass wir den Ersten machen wollen.


